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Albanien

Albanien auf eigene Faust

Die klassische Rundreise ...

Sie führt entgegen dem Uhrzeigersinn durch den Süden und Osten des Landes. Mit dem Wagen sollten Sie dafür 14 Tage veranschlagen (mit der geführten Gruppenreise geht’s auch schneller). An dieser Route orientiert sich auch der Aufbau dieses Buches.

Für Verlängerungen vor Ort bieten sich je nach Interesse die Bergdörfer in den Alpen an, die Strände an der albanischen Riviera oder die dynamische Hauptstadt Tirana, in der man die Nächte auch durchfeiern kann.

Der Norden Albaniens punktet vor allem bei Wanderern und anderen Outdoor-Enthusiasten. Auch der Norden lässt sich gut mit dem Auto bereisen. (→ für Landschaftsgenießer).

Welche Route auch immer Sie wählen, bedenken Sie bitte, dass man auf Albaniens Landstraßen langsamer vorankommt, als Sie es von zu Hause gewohnt sind. Das liegt nicht nur an den Staus in der Agglomeration von Tirana und Durrës oder am manchmal schlechten Straßenzustand, sondern auch an unvermuteten Begegnungen, wenn etwa der Schäfer, dessen Herde gerade die Straße blockiert, von seiner Zeit als Flüchtling in Dortmund zu radebrechen beginnt.

... für Kulturinteressierte

Man beginnt möglichst noch am Tag der Ankunft am Flug- oder Fährhafen mit dem Besuch des antiken Apollonia und übernachtet in der Museumsstadt Berat, um am nächsten Tag die Altstadt und die Festung zu erkunden. Aktivurlauber machen einen Abstecher zum Osum-Canyon. Von Berat geht es wieder an die Küste und über Vlora und den Llogara-Pass oder -tunnel an die albanische Riviera. Saranda, das touristische Zentrum ganz am Ende der Rivieraküste, ist Ausgangspunkt für den Besuch des antiken Butrint. Vorbei an der Karstquelle Blaues Auge überqueren Sie das Gebirge hinüber ins griechisch geprägte Drino-Tal nach Gjirokastra, die Stadt der Steine, Geburtsort des Diktators Enver Hoxha und des Dichters Ismail Kadare. Weiter geht’s über Përmet und das Hochland von Kolonja in das von bürgerlicher Lebenskultur geprägte Korça, die heimliche Hauptstadt des albanischen Ostens.

In Pogradec am Ohridsee pflegte der Diktator seine Sommerurlaube zu verbringen. Mit einer Grünen Versicherungskarte, um die Sie beim Mietwagenverleiher rechtzeitig bitten müssen, fahren Sie über die Grenze nach Ohrid, Mazedoniens beliebtester Touristenort und zugleich ein geistiges Zentrum des slawischen Christentums. Entlang der alten Römerstraße Via Egnatia geht es zurück nach Albanien in das noch immer von römischen Mauern bewehrte Elbasan und auf der Schnellstraße in die Hauptstadt Tirana. Mehr darüber und die von Tirana aus gern unternommenen Ausflüge in die Hafenstadt Durrës und die Skanderbeg-Stadt Kruja lesen Sie auf den Seiten 50–66. Mit etwas mehr Zeit bietet es sich an, diesen Abstecher bis nach Shkodra zu verlängern, dem Zentrum des katholischen Nordalbaniens.

... für Landschaftsgenießer

Ausgangspunkt ist die vom Flughafen oder von Durrës in knapp zwei Stunden zu erreichende Stadt Shkodra, das politische und wirtschaftliche Zentrum des Nordens. Bergfreunde ohne eigenes Fahrzeug werden von hier aus in die Täler Theth und Valbona, vielleicht auch nach Vermosh weiterreisen. Für Autofahrer empfiehlt sich eine etwa einwöchige Rundfahrt, die gleich zum Auftakt mit der Fährpassage über den canyonartigen Koman-Stausee einen Höhepunkt hat. Vom Fährhafen Fierze geht es weiter in das mit einer guten Straße erschlossene Valbona-Tal. Bergwanderer können von hier zu Fuß einen Abstecher nach Theth unternehmen, dem albanischen Shangri-La. Wer die Tour mit ein paar klassischen Sehenswürdigkeiten anreichern will, wählt für die Weiterfahrt nach Kukës den Umweg über Gjakova und Prizren im Kosovo. Von Kukës geht es auf der Autobahn in gerade zwei Fahrstunden zurück nach Tirana. Oder man unternimmt noch einen Schlenker über Peshkopia und die Landschaften Mat und Mirdita. Das Reisekapitel Nordalbanien folgt im Aufbau der hier vorgeschlagenen Route.

Leih- oder eigenes Fahrzeug?

Mit etwas Vorsicht und dem Verzicht auf Nachtfahrten muss man sich auch als Mietwagenlenker vor undisziplinierten Viehherden, unbeleuchteten Radlern und Fuhrwerken und tiefen Schlaglöchern nicht fürchten.

Offroad-Freaks, die das Risiko und die Herausforderung schlechter Pisten suchen, reisen besser mit dem eigenen Wagen oder Motorrad an.

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