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Bodensee

Kunst, Kultur & Technik

Steinzeitdörfer

Die „prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen“ sind bereits seit über einem Jahrzehnt Weltkulturerbe, ebenso wie die Ausgrabungsstätten am See. Im Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen sind Werkzeuge, Waffen und Haushaltsgeräte zu bestaunen. Sie stammen vor allem aus Ausgrabungen am Federsee, aber auch aus einem Steinzeitdorf vor Sipplingen, das von Taucherarchäologen entdeckt wurde. Daran erinnert im Museum ein Aquarium mit einer nachgestellten Ausgrabungsstätte. Die auf dem Museumsgelände rekonstruierten Pfahlbauten vermitteln eine lebhafte Vorstellung vom Leben in der Stein- und Bronzezeit.

Zeitreise ins Mittelalter

Die Oberstadt von Meersburg mit der (vielleicht) ältesten bewohnten Burg Deutschlands funktioniert wie eine Zeitmaschine: Die verwinkelten Gassen, die sich terrassenförmig auf einem riesigen Felsen am steilen Südhang anordnen, versetzen Besucher direkt ins Mittelalter. Eine ähnliche Wirkung entfaltet die obere Altstadt von Bregenz mit ihren beeindruckenden Patrizierhäusern, von denen eines mit 57 cm Breite angeblich das schmalste Haus Europas ist.

Barocke Schatzkisten

Das neue Schloss von Meersburg mit seinem prächtigen Treppenhaus, dem beeindruckenden Spiegelsaal sowie dem Museum in der Beletage ist eines der barocken Schmuckstücke am See. Weitere sind: die einstige Zisterzienserabtei Salem und die Stiftskirche und Stiftsbibliothek in St. Gallen. Am sonnigen Südhang des Überlinger Sees hebt sich weithin sichtbar die rosa schimmernde Barockkirche von Birnau mit ihrem grün-kupfernen Kirchturmdach von der Landschaft ab. Auf einer Terrasse über dem See und ganz von Rebgärten umgeben, ist die schlossähnliche Kirche das am schönsten gelegene Gotteshaus des Bodensees. Reich geschmückt mit tausenderlei Verzierungen und Fresken ist das Innere der ehemaligen Wallfahrtskirche, die zur Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen gehört und in der Region zu den bekanntesten Bauwerken des Barocks zählt.

Bregenzer Festspiele

Die spektakulären Operninszenierungen mit ihren aufwendigen Bühnenbildern, die im See aufgebaut werden, sind selbst für Nicht-Opernfans beeindruckend. Die Wiener Symphoniker als Festspielorchester verleihen dem „Spiel auf dem See“ besonderen Glanz. Die Akustik ist derart ausgefeilt, dass selbst auf dem preiswertesten Platz der perfekte Klang erreicht wird. Das Hauptprogramm wechselt alle zwei Jahre. Ein besonderer Höhepunkt der Festspiele sind die selten gespielten Opern im Festspielhaus wie „Ernani“ von Verdi im Jahr 2023.

Moderne Kunst

Die Sammlung Würth am Sitz des schwäbischen Werkzeug-Magnaten in Rorschach zeigt kostenfrei kaum bekannte Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso. Sehr lohnenswert ist auch der Skulpturenpark direkt am Bodenseeufer. Das Kunsthaus und das Vorarlberg-Museum in Bregenz sind Kunstwerke an sich, sie bestechen mit preisgekrönter zeitgenössischer Architektur. Die präsentierten Ausstellungen sind an den großen gesellschaftlichen Debatten orientiert.

Skandalbildhauer

Peter Lenk hat seine satirischen, gesellschaftskritischen Werke rund um den See platziert. Mit seiner Imperia hat der gebürtige Franke Konstanz bereits 1993 ein neues Markenzeichen geschenkt. Seine Skulpturen sind bestellte Skandale. Fast jede westliche Bodenseegemeinde, die etwas auf sich hält, leistet sich einen echten Lenk. In Überlingen trat seine Skulptur Martin Walser auf die Füße, in Konstanz schockierte er Stadtväter; Meersburg, Stockach, Gaienhofen, Markdorf, Radolfzell und Ludwigshafen investierten in seine Kunst – und in den zu erwartenden Medienrummel. Peter Lenk lebt und arbeitet in Bodman.

Traum vom Fliegen

Friedrichshafen widmet sich dem Thema gleich mit zwei sehenswerten Museen: Das Zeppelin-Museum bietet die weltweit größte Sammlung zur Luftschifffahrt, und das Dornier-Museum gibt Einblicke in die Pionierleistungen des namensgebenden Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier und der Mitarbeiter des von ihm gegründeten Unternehmens. Auch Altenrhein bei St. Gallen hat ein Fliegermuseum, dort sind Oldtimer-Flugzeuge ausgestellt, die man anfassen darf.

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