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Gardasee

Erlebnis Kultur

Selbst die frühe Geschichte ist bis heute präsent – so hat man aus prähistorischen Zeiten zahlreiche Pfahlbausiedlungen entdeckt, und die Römer errichteten an den Seeufern ganze Siedlungen, großzügige Villen und Thermalbäder. Im Mittelalter waren es die Venezianer, die Skaliger, die Visconti und die Gonzaga, die um die Herrschaft am See rangen, zahlreiche Burgen zeugen von den Kämpfen dieser Adelsgeschlechter. Jahrhunderte später erhoben sich die Italiener gegen die habsburgische Besatzung. Die düsteren Betonfestungen der K.u.k.-Monarchie sind heute beliebte Ausflugsziele für Mountainbiker und Wanderer.

Epochen und ihre Spuren

Pfahlsiedlungen und Felsritzzeichnungen: 1929 wurde im Lago di Ledro oberhalb von Riva eine Pfahlbausiedlung entdeckt, 10.000 Pfähle und zahlreiche weitere Überreste konnten geborgen werden. Ein zweiter Schwerpunkt der Pfahlbauten ist Desenzano am Südufer, das dortige archäologische Museum gibt umfassend Auskunft. Bis zu 3000 Jahre alt sind die Ritzzeichnungen auf den Felsen zwischen Torri del Benaco und Garda.

Die Römer am See: Die monumentalen Grotten des Catull bei Sirmione und die prächtige Villa von Desenzano sind ihre bekanntesten Relikte.

Skaligerherrschaft: Im 13. Jh. unterwarfen die Skaliger aus Verona alle umliegenden Landstriche. Ihre Burgen beherrschen heute den Osten und Süden des Sees: Malcesine, Torri del Benaco, Lazise, Sirmione und Valeggio sul Mincio.

Gonzaga gegen Visconti: Ihre Auseinandersetzungen am See kulminierten im Bau eines gewaltigen Flussdamms im Mincio, mit dem die Mailänder Visconti die Gonzaga-Stadt Mantua buchstäblich austrocknen wollten.

Das 19. Jahrhundert: Es war geprägt von den Kämpfen der italienischen Nationalstaatsbewegung gegen die österreichischen Besatzer. Die Altstadt von Peschiera del Garda liegt inmitten einer mächtigen Festung der K.u.k.-Monarchie. An den Schauplatz einer der größten Schlachten des Risorgimento, die auch die Geburtsstunde des Roten Kreuzes war, erinnert der Turm Monumento della Battaglia.

Das 20. Jahrhundert: Das pompöse Anwesen Vittoriale degli Italiani des Dichters Gabriele d’Annunzio in Gardone Riviera versinnbildlicht den übersteigerten Nationalismus nach dem Ersten Weltkrieg. 1943 wurde der entmachtete Mussolini als Marionette Hitlers in der faschistischen Republik von Salò eingesetzt.

Kirchen und Klöster

Wie überall in Italien gibt es rund um den Gardasee eine Vielzahl an Kirchen: der prächtige Dom von Salò, die romanische Kirche Sant’Andrea in Maderno, die wunderbaren Fresken in der Chiesa di San Rocco bei Arco, die Wallfahrtskirche Madonna della Corona hoch über dem Etschtalund natürlich das zum Museum umgewandelte Monastero di Santa Giulia im nahen Brescia.

Kulinarische Kultur

Bei den letzten Seefischern in Gargnano schmeckt der frisch gefangene Fisch und in Salò die süßen Bacetti (Küsschen) von Vassalli. „Knoten der Liebe“ werden die Tortellini von Valeggio genannt, sehenswert ist das Olivenölmuseum von Cisano .

Weinanbau und -verkostung

An den Ufern des Gardasees erstreckt sich eine ganze Reihe von Weinbaugebieten – die Auswahl ist groß und immer wieder für Überraschungen gut. Neben Tafelweinen gibt es auch einige Weine mit DOC-Prädikat. Natürlich lohnt immer eine Weinprobe in den Kellereien, z. B. bei Masi Tenuta Canova im Hinterland von Lazise oder Guerrieri Rizzardi.

Festspiele, Feste, Festivals

Im Sommer ist immer irgendwo etwas geboten. Regatten, sportliche Wettkämpfe, Festivals, Weinfeste, Märkte ... Ein Höhepunkt sind die weltberühmten Opernfestspiele in der Arena von Verona von Anfang Juli bis Anfang September.. Auch das Festa dell’Uva in Bardolino oder das Musica Riva Festival sind einen Besuch wert.

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