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Kykladen

Erlebnis Kultur

Mythologie

Bereits in der vorgeschichtlichen Mythologie haben die Kykladen ihren festen Platz: Der Mythos des Medusentöters Perseus spielt auf Sérifos, Ariadne wird von Dionysos auf Náxos entführt, der Lichtgott Apollon und seine Zwillingsschwester Artemis sind auf Délos geboren ...

Frühgeschichte

Im 3. Jahrtausend v. Chr. entwickelten die Kykladen als einzige Inselgruppe Griechenlands eine eigene Kultur, bekannt vor allem durch ihre einzigartigen Marmoridole (Kykladenidole), die ungemein zeitlos wirken und stark an moderne Kunst erinnern. Ihre Bedeutung ist bis heute ein Rätsel, doch sie werden als Beginn der europäischen Skulpturenkunst gesehen.

Insel Délos: Das Heiligtum der Ioner entwickelte sich in der Antike zu einem der wichtigsten Kultur- und Wirtschaftszentren der Ägäis. Heute ist Délos eine der größten Ausgrabungsstätten der griechischen Antike.

Insel Santoríni: Die beim Vulkanausbruch im 17. Jh. v. Chr. vollständig verschüttete Stadt Akrotíri wird gerne als Pompeji der Ägäis bezeichnet. Großes Highlight sind die hervorragend erhaltenen Wandfresken, die den Fresken der kretischen Minoer ähneln.

Athen: Einige der Fresken aus Akrotíri kann man im Archäologischen Nationalmuseum betrachten, viele kykladische Idole in allen Größen ebenfalls, außerdem im Museum der kykladischen Kunst.

Venezianische Eroberung

Wie kein zweiter Fremdherrscher prägten die Venezianer seit dem 13. Jh. die Architektur der Kykladenorte und blie-ben bis weit ins 16. Jh. hinein an der Macht. Ruinen ihrer Festungsbauten sind vielerorts erhalten, markant sind auch ihre wehrhaften Wohntürme namens Pírgoi (Einzahl: Pírgos) und die filigran verzierten Taubentürme.

Insel Náxos: Die große und fruchtbare Insel war das Machtzentrum der Venezianer. Auf dem Stadthügel erbauten sie eine imposante Festung mit einst zwölf Rundtürmen, die noch heute die Chóra prägt.

Insel Tínos: Dank seiner grandiosen Wehrlage konnte sich das venezianische Kastell am Berg Exómbourgo über Jahrhunderte immer wieder gegen Angriffe der Osmanen behaupten. Berühmt ist Tínos aber auch für seine Taubentürme.

Kubische Architektur ...

Strahlend weiße Würfelhäuser im gleißenden Sonnenlicht, übereinander gestaffelt und ineinander verwoben – die viel bewunderten kubischen Hausformen der Kykladen bestechen durch ihre klaren Linien und geometrischen Formen. Im frühen 20. Jh. griff die Idee um sich, Architektur und Kunst wieder auf einfache geometrische Grundformen wie Würfel, Kugel und Zylinder zurückzuführen. Bis heute ist die kubistische Architektur dafür ein wegweisendes Modell geblieben – auf den Kykladen ist sie in ästhetisch vollendeter Reinform zu finden.

Insel Mýkonos: Alles, was die Volksarchitektur hervorzubringen hatte, hat sie auf Mýkonos gezeugt.  So schrieb es einst der Architekt Le Corbusier und bis heute kann man das im Hauptort der turbulenten Partyinsel nachvollziehen.

Insel Folégandros: Die mittelalterliche Chóra gehört zu den schönsten Orten der Kykladen. Erbaut ist sie auf einem Felsplateau, das fast 150 m senkrecht zum Meer abfällt.

... und Klassizismus

Dank ihrer zentralen Lage entwickelte sich die Insel Sýros im 19. Jh. zur wichtigsten Drehscheibe im östlichen Mittelmeer. Ab 1855 wurden dort die ersten Dampfschiffe Griechenlands gebaut und unter Otto von Wittelsbach, dem ersten Herrscher des jungen Staates, kamen mitteleuropäische Architekten nach Sýros und errichteten wie in Athen ganze Straßenzüge mit klassizistischen Bauten, vor allem Villen und Kaufmannshäuser.

Insel Sýros: Die Hauptstadt Ermoúpolis ist heute ein lebendiges Freilichtmuseum des 19. Jh.

Insel Ándros: Die Insel der Schiffsreeder war zeitweise die reichste der Kykladen, die Chóra profitierte davon in Form von aufwendigen klassizistischen Bauten.

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