Archäologie und Kunst

Steine der Steinzeit – älter als Stonehenge

Die Tempelanlagen, die auf dem Archipel freigelegt wurden, gehören zu den ältesten frei stehenden Bauten der Welt. Für Banausen sind sie bloß Steinhaufen, für alle anderen hingegen sensationell. Die größten prähistorischen Tempel Maltas sind die von Tarxien, die spektakulärste Lage haben die von Ħaġar Qim und Mnajdra. Auch Gozo besitzt mit den Ġgantija-Tempeln einen Eintrag in der UNESCO-Welterbeliste. Grabungsfunde aus den Tempeln zeigt das Archäologische Museum von Valletta, darunter die „Fat Ladies“, wie die prallen Magna-Mater-Damen auch genannt werden. Viele Malteser scheinen ihnen heute nachzueifern, nirgendwo in der EU ist der Anteil an übergewichtigen Personen so hoch wie auf dem Archipel.

Einen Ausflug wert sind auch die mysteriösen Schleifspurenfelder aus prähistorischer Zeit, Cart-Ruts genannt. Man findet sie in dem „Clapham Junction“ genannten Areal nahe Rabat auf Malta und bei Sannat auf Gozo. Eine unterirdische Sensation ist das in der Stadt Paola gelegene Hypogäum – wer es besichtigen möchte, sollte so früh wie möglich buchen.

Hinterlassenschaften der Antike

Die spannendsten Relikte aus spätantiker Zeit begegnen einem im Städtchen Rabat im Südwesten Maltas. Dort kann man in die St. Paul’s Catacombs absteigen, einen großen Katakombenkomplex mit Gräbern, die zwischen dem 4. und 5. Jh. n. Chr. entstanden. Noch mehr Gräber gibt es nahebei in den St. Agatha Catacombs. Dem Hl. Paulus ist die Pfarrkirche von Rabat geweiht. Darunter befindet sich die legendäre Grotte, in welcher der Apostel nach seinem Schiffbruch mehrere Monate verbracht haben soll. In Rabat kann man zudem das Domvs Romana besichtigen, die Reste eines römischen Stadthauses mit einem schönen Bodenmosaik. Weitere kleinere römische und punische Relikte verteilen sich überall auf den Inseln.

Caravaggio & Co: Kunst aus der Zeit der Ritter

Der Malteserorden, der von 1530–1798 auf Malta ansässig war, hinterließ mächtige Befestigungswälle und imposante Fortifikationen, zudem Städte mit glanzvollen Kirchen, Kathedralen und Palästen. Die prunkvollsten Paläste, die heute als Museen zugänglich sind, sind der Großmeisterpalast in Valletta und der Palast des Inquisitors in Vittoriosa. Möchte man nur eine einzige Kirche genauer unter die Lupe nehmen, sollte es die Ko-Kathedrale San Ġwann in Valletta sein. Dort hallen die Seufzer der Bewunderung nur so von den Wänden wider – nicht zuletzt wegen zweier Meisterwerke von Bad Boy Caravaggio. Viele andere maltesische Kirchen sind ausgeschmückt mit den spätbarocken Gemälden Mattia Pretis, dem bedeutendsten Maler des Ordens, der stark von Caravaggio beeinflusst war.

Von Galerie zu Galerie

Wer die junge maltesische Kunstszene stalken will, tut dies am besten in Valletta. Bei einem gemütlichen Spaziergang durchs Hauptstädtchen gibt es mittlerweile so einige Galerien mit zeitgenössischer Kunst zu entdecken, mehr dazu.

Die besten Museen im Überblick

MUŻA (Valletta): Das MUŻew Nazzjonali tal-Arti, das nationale Kunstmuseum, kurz MUŻA, befindet sich in der schmucken Auberge d’Italie. Highlight der Sammlung: die Skulpturen von Antonio Sciortino.

Archäologisches Museum (Valletta): In den schönen Räumlichkeiten der einstigen Auberge de Provence gibt es viel mehr als nur die oben erwähnten „Fat Ladies“ zu bestaunen.

Marinemuseum (Vittoriosa): Archäologische Funde gesunkener römischer Galeeren, Schiffsmodelle, ein Torpedo aus dem 2. Weltkrieg u. v. m.

Kathedralenmuseum (Mdina): Allmächd, ein Nürnberger in Malta! Im Inneren des Museums überrascht eine große Albrecht-Dürer-Sammlung.

Wignacourt-Museum (Rabat): Mattia Preti bis zum Abwinken! Wer auf Barockmalerei steht, muss hier einfach rein. Ein unterirdischer Gang führt vom Museum in die Paulusgrotte (s. o.).

Zitadelle von Gozo: Die Zitadelle, ein Must-see der Insel, beherbergt mehrere Museen, alle zwar ein wenig angestaubt, aber doch charmant.

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